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Praxiswissen: Eichenprozessionsspinner-Hochsaison – Raupendermatitis sicher erkennen

Im Frühjahr und Sommer schlüpfen wieder die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Ihre winzigen Brennhaare (Setae) enthalten das Nesselgift Thaumetopoein und können über Luftströmungen bis zu mehreren hundert Metern weit getragen werden. Bei Hautkontakt drohen hartnäckiger, stark belastender Pruritus (Juckreiz), erythematöse Papeln an exponierten Stellen wie Gesicht, Nacken oder Unterschenkeln, im schlimmsten Fall sogar anaphylaktische Reaktionen. 



Da die Symptome individuell stark variieren, ist die Abgrenzung zu einfachen Insektenstichen, Urtikaria oder infektiösen Dermatosen oft schwierig.

Wegweisend ist hier die gezielte Expositionsanamnese: Fragen Sie aktiv nach kürzlichen Outdooraktivitäten, Gartenarbeit und der Nähe zu Eichenbeständen.

Die Hautmanifestationen sind i.d.R. selbstlimitierend. Eine symptomatische Therapie zur Linderung von Pruritus und Entzündung reicht meist aus.

Bewährt haben sich kühlende Gels oder Salben mit Aloe vera bzw. Menthol. Bei Schwellungen kann ein Quarkwickel zur Anwendung kommen.
 
Tipp:
Empfehlen Sie Ihren Patienten, bei bekanntem Befall Abstand zu den Bäumen zu halten, nach einer möglichen Exposition sofort zu duschen und die Kleidung bei mindestens 60 Grad zu waschen. Raupennester dürfen keinesfalls selbst entfernt werden!

SWR: Eichenprozessionsspinner – Wie gefährlich sind die Raupen, und was tun bei Ausschlag?

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