Zum Hauptinhalt springen

Aktuelle Meldungen

Phytotherapie: Die Gemeine Nachtkerze ist Heilpflanze des Jahres 2026

Der Naturheilkundeverein Theophrastus hat die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) zur Heilpflanze des Jahres 2026 gekürt. Damit rückt eine Pflanze in den Mittelpunkt, die zwar als Zierpflanze weit verbreitet, als Arzneipflanze jedoch oft noch unterschätzt wird. 

Warum die Nachtkerze?
Das aus den Samen gewonnene Nachtkerzenöl ist reich an essenziellen Fettsäuren. Es enthält:

  • 60 bis 80 % Linolsäure
  • 8 bis 14 % Gamma-Linolensäure


Gamma-Linolensäure (GLA) ist an der Bildung entzündungsregulierender Eicosanoide beteiligt. 



Traditionelle Anwendung und Eigenschaften:
Das Öl gilt als antiphlogistisch sowie immunmodulatorisch und kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Es befindet sich in vielen Cremes für Patienten mit Neurodermitis und wird vor allem zur Linderung von Juckreiz, Hauttrockenheit und leichten Entzündungszuständen eingesetzt. Weitere Einsatzbereiche sind hormonell bedingte Beschwerden, z.B. im Rahmen des prämenstruellen Syndroms (PMS). Angenommen wird hierbei ein Einfluss auf den Prostaglandinstoffwechsel. Darüber hinaus wird Nachtkerzenöl bei ADHS diskutiert. Hier ist die Datenlage jedoch lückenhaft. Zu beachten ist, dass eine innerliche Anwendung erst ab 12 Jahren empfohlen wird.
 
Hinweis:
Für die naturheilkundliche Praxis relevant ist, dass das Öl der Nachtkerze im Rahmen der traditionellen Anwendung als sicher gilt. Es können jedoch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen oder in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut auftreten. Aufgrund mangelnder Daten wird die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit derzeit nicht empfohlen. Die Gemeine Nachtkerze stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist seit dem 17. Jahrhundert auch in Europa beheimatet. Neben ihrer arzneilichen Bedeutung sind ihre Wurzeln, Blätter und Blüten übrigens auch essbar.

 


Nachtkerzen gelten als Superfood
Sie eignen sich wunderbar als Topping für Müsli, Bowls und Smoothies – und können hierfür vorher bei mittlerer Hitze kurz angeröstet werden. 

  • Geändert am .