Studie: Vagusnerv-Stimulation verbessert Symptome bei rheumatoider Arthritis
In der Naturheilkunde betrachten wir den Körper seit jeher als vernetztes System. Was heute unter dem Begriff „Psychoneuroimmunologie“ erforscht wird, beschreibt das Zusammenspiel von Nerven-, Hormon- und Immunsystem.
Aus der täglichen Praxis wissen wir: Sind wir gestresst, gerät das sensible Gleichgewicht durcheinander. In der Folge werden wir anfällig für Infektionen, Entzündungen und Allergien. Eine aktuelle Untersuchung liefert interessante Hinweise für diesen Zusammenhang: Über den Vagusnerv lässt sich das Immunsystem wie mit einem biologischen Thermostat regulieren.
Im Mittelpunkt steht der Entzündungsreflex. Über den Vagusnerv kann der Körper die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe regulieren. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis scheint dieser Regelmechanismus gestört zu sein.
In der RESET-RA-Studie untersuchten Forscher 242 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis, bei denen die bisherige Basistherapie nicht ausreichend wirksam war oder nicht vertragen wurde. Die Teilnehmer erhielten entweder eine aktive oder eine scheinbare Vagusnerv-Stimulation mittels eines implantierten Systems.
Das Ergebnis: Nach 3 Monaten erreichten unter aktiver Stimulation deutlich mehr Patienten eine klinische Verbesserung ihrer Beschwerden als in der Kontrollgruppe (35,2 % gegenüber 24,2 %). Im weiteren Verlauf stiegen die Ansprechraten auf über 50 % an. Darüber hinaus fanden die Forscher Hinweise darauf, dass sich entzündungsbedingte Gelenkschäden langsamer entwickelten.
Die Studie verwendete implantierbare Stimulationssysteme und lässt sich daher nicht unmittelbar auf andere Formen der Vagusnerv-Stimulation übertragen.
Dennoch rückt hierdurch auch die transkutane aurikuläre Vagusnervstimulation (taVNS) stärker in den Fokus der Forschung. Dabei wird der Vagusnerv über Bereiche der Ohrmuschel nicht-invasiv stimuliert.
Die Studie wurde in Nature Medicine veröffentlicht.
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